Nadel und Faden

Ich fühle mich, als wäre ich in einer nie endenden Schlägerei gefangen.
Es begann alles mit dir. Seitdem du weg bist.
Du hast mich halb tot geprügelt. Hast mir Arme und Beine gebrochen. Hast mir Haare heraus gerissen und das Gesicht blutig geschlagen. Du hast mit deinem Messer mein Herz zerstochen.
Du hast mich zerstört und verstümmelt auf dem eiskalten Boden zurück gelassen. Und da lag ich dann. Voller Schmerz, der mich von Innen zerriss. Das Blut quoll aus meinen Adern und hinterließ Spuren auf dem Boden.
Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Es zerfraß mich.
Der Boden war so kalt und alles war schwarz.
Dann kamen ein paar Zuschauer vorbei. Sie tänzelten um mich herum.
Ich solle aufhören zu schreien. Er war so ein gemeiner Mann.
Doch ich konnte nicht.
Dann begannen sie, meine Arme und Beine zu richten. Doch sie würden schief zusammen wachsen.
Sie wischten mir das Blut vom Gesicht, doch es blieb schmutzig.
Sie gaben ihr Bestes, doch sagten, dass ich den Rest alleine heilen sollte.
Wie sollte ich ein zerstückeltes Herz heilen?
Und so begann ich, es mir aus meiner Brust zu reißen. Ich sah es mir genau an. Blutig und zerfetzt.
Ich versuchte es wieder zusammen zu setzen, bekam Nadel und Faden dafür.
Als ich fertig war, setzte ich es mir wieder ein - es hat viel zu lang gedauert.
Ich setzte es wieder ein und nähte meine Brust wieder zu. Es schlug wieder!
Doch anders, als zuvor.
Aber, naja, es schlug und ließ mich wieder aufstehen.
Mit krummen Armen und Beinen, schmutzigen, rostrotem Gesicht und einen falsch schlagenden Herzen.
Ich stand auf und und verließ den kalten Boden.
Ich traf einen neuen Menschen. Er nahm Wasser und wischte mir die rostrote Farbe vom Gesicht.
Er strich mir kurz voller Hoffnung über meine genähte Wunde auf der Brust, nur um sie dann mit seinen Händen wieder aufzureißen. Der Mensch schlug mein Gesicht blutig, trat mir in die Magengrube und schlug meinen Kopf gegen die Wand.
Ich lag auf dem kalten Boden. Alles beginnt von vorn.

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